Die Jesus Freaks ist eine christliche Erweckungsbewegung, die Elemente der Jugendkultur gebraucht. Als Vorbild gilt die aus der Hippie-Kultur entstandene Jesus-People-Bewegung aus den 1960er und 1970er-Jahren, die aus den Vereinigten Staaten auch nach Deutschland kam.
Geschichte und Struktur.
Gegründet wurden die Jesus Freaks im September 1991 in Hamburg von Martin Dreyer. Dreyer absolvierte Anfang der 1990er-Jahre eine freikirchliche Pastorenausbildung in der Theologischen Ausbildungsstätte der Anskar-Kirche und wurde dort 1993 zum Pastor ordiniert. Dachverband der Jesus Freaks ist der deutsche Verein Jesus Freaks International e. V. (JFI). JFI ist seit 1994 ein gemeinnütziger Verein und hat seinen Hauptsitz in Darmstadt. Die Mitgliederzahl in Deutschland wird 2007 auf etwa 2.000 geschätzt.
Symbol ist ein in ein Omega gestelltes Alpha. Es soll dem in der anarchistischen Szene verwendeten „A“-Zeichen ähneln. Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des altgriechischen Alphabets und symbolisieren Jesus.
Die Jesus Freaks organisieren seit 1995 regelmäßig das Freakstock-Festival.
Verstand sie sich früher vor allem als eine Bewegung von jungen, progressiven Christen, die sich in den Strukturen der Landes- und Freikirchen nicht wohlfühlten, ist das Spektrum heute breiter geworden. Auch die Haltung zu anderen christlichen Gruppierungen hat sich geändert. So arbeiten an einigen Orten Jesus Freaks in der Evangelischen Allianz mit. In Chemnitz bilden die örtlichen Jesus Freaks und das Heilsarmeekorps seit 2000 eine gemeinsame Gemeinde.
Charakteristik und Positionen.
Die geistliche Prägung der Jesus Freaks wird als evangelikal-charismatisch bezeichnet.
Gemäß ihrer Selbstdarstellung sind sie der Überzeugung, dass trotz allem, was in der Kirchengeschichte passiert sei, die „Auseinandersetzung mit Jesus“ heute etwas bieten würde und stellt dabei einen „Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott“ in den Vordergrund. Mission sei, „Menschen für Jesus zu gewinnen“, die ihrer Meinung nach außerhalb einer gesellschaftlichen Wertegemeinschaft stehen.
Charakteristisch für diese Gruppierung ist die starke Anlehnung an bestehende Jugendkulturen. Dies äußert sich etwa in betont jugendlich anmutenden Sprachgebrauch. So werden etwa Gottesdienste u.a. auch Jesus-Abhäng-Abende genannt. Die Bewegung pflegt lockere Umgangsformen und lehnt traditionelle, gesetzeshafte Gottesdienstregeln und Kleidungsstile ab. Ihr Lebensstil findet insbesondere Ausdruck in der Musik, wo populäre Stile wie etwa Rock, Punk, Techno und Hip Hop adaptiert und mit christlichen Inhalten versehen werden (siehe Christliche Popmusik). Beispielsweise werden Abendmahlsliturgien gerappt oder Lobpreislieder im Stil von Thrash Metal gesungen.
Die Sexualmoral gilt als konservativ: Vorehelicher Geschlechtsverkehr wird abgelehnt, manche sehen Homosexualität als Sünde an. Offizielle Stellungnahmen zu den Themen gibt es jedoch kaum, eine offizielle Lehrmeinung zur Homosexualität gibt es nicht. In der Bewegungs-Zeitschrift „Der Kranke Bote“ vom Februar 2009 setzte sich unter dem Titel „Im Zweifel für die Liebe – Warum Christen beim Thema Homosexualität umkehren müssen“ der Autor für eine ausgeglichenere Sichtweise über Homosexualität und Anerkennung der Liebe bei dauerhaften gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ein. Dies führte zu einer großen Diskussion innerhalb der Gemeinschaft, einem runden Tisch beim Willo-Freak-Treffen im Mai 2009 und einer übersetzten Version des Artikels in der englischen Schwesternzeitschrift „The Sick Messenger“ im Juni 2009. Die Abtreibung wird konsequent abgelehnt.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Freaks