Folgende Ausführungen sind entnommen/angelehnt an Peter Wendl:
Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt zusammen wachsen
bzw. www.gelingende-fernbeziehung.de
Lernt das Paar, sich mit den Belastungen der Partnerschaft auf Distanz zu arrangieren und die besonderen entstehenden Freiräume zu nutzen, bietet die Fern-Beziehung eine außergewöhnliche Chance, Partnerschaft intensiv und kreativ zu gestalten und zu erleben.
Wesentliche Belastungen und Chancen bei Fern-Beziehungen sind demnach:
·Der große Anteil an gemeinsamer Lebenszeit, die im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt.
·Der eigene Lebensrhythmus schließt oftmals andere (Freunde und Verwandte) sowie Liebgewordenes (Hobby) aus.
·Die Entwicklung unterschiedlicher Lebenswelten zwischen den Paaren – und die Proble-matik, diese Unterschiede, je nach gemeinsamen Zeit-Frequenzen, stets neu als gemein-same Beziehungswelt erringen zu müssen.
·Die außergewöhnliche Chance auf Selbständigkeit und Selbstbewusstsein in der Partnerschaft: Single-Zeiten wechseln sich mit intensiver Verbundenheit ab.
·Die Tatsache, dass gemeinsames Alltagsleben nur in den Zeiten des Wiedersehens gelebt werden kann. Partner können in den getrennten Zeiten kaum unmittelbar mit dem Lebenspartner rechnen.
·Da meist ein Partner deutlich mehr Zeit in der gemeinsamen Wohnung verbringt, wird das Zuhause zunehmend unterschiedlich (meist sogar nicht mehr neutral, sondern positiv oder negativ) empfunden. Es besteht stets die Gefahr, dass ein Partner die gemeinsame Zeit als „Einbruch“ in den eigenen Alltag empfinden könnte („Erleichterung“ wieder allein sein zu können im eigenen Reich). So spielen sich gemeinsame Rituale z. B. einerseits für die gemeinsamen Zeiten, andererseits für die getrennten Zeiten ein. Es besteht aber auch die große Chance der stetigen Verlebendigung und die Möglichkeit, einen „Alltagstrott der Beziehung“ zu verhindern. Das einseitig Eingespielte, Langweilende im Alltagstrott ist immerhin eine der größten Gefahren für viele Beziehungen.
·Die Partner verändern sich während längerer Trennungen („äußerlich und innerlich). Kleinste Veränderungen werden intensiver (positiv wie negativ) wahrgenommen.
Die Auswirkungen dieser Grundlagen auf die Partnerschaft variieren je nach Zustand der Beziehung (Stabilität und Beziehungszufriedenheit der Partner) sowie den Rahmenbedingen der Partnerschaft (Angehörige, Kinder, Belastungen bzw. Unterstützung im privaten und beruflichen Bereich usw.).