Umgeschulte Linkshänder – wie ich mit den Sekundärfolgen lebe III Meine Sekundärfolgen

Wie ich mit den Sekundärfolgen (siehe Teil 1) lebe, ist schwer zu beschreiben. Eigentlich kann ich nur beschreiben, wie ich heute damit umgehe und wlche Situationen ich damit erlebe. Dabei sollte ich aufpassen, mich kurz zu fassen. Ausserdem wäre es sehr müßig in die Kindheit und Vergangenheit zu schauen, weil ich das Thema nicht so sehr betonen will und lieber mehr in die Gegenwart und Zukunft schauen will. Das Vergangene läßt sich nicht ändern und Beispiele dazu hätte ich nur aus der Erinnerung.

Zuerst nochmal die wichtigsten Folgen, mit denen ich täglich umgehen muss und auch überwiegend gelernt habe damit um zu gehen und sie zu akzeptieren.

- Neigung zum Wiederspruch, “Ja-aber-Haltung”

- betont assoziatives Denken

- verknotetes Denken in einer Art geschlossenen Kreises – Circulus vitiosus (nachzulesen bei B. Sattler “Der umgeschulte Linkshänder – oder der Knoten im Gehirn”)

- Understatement, Unterspielen, “sich unter Preis anbieten” aus Angst, nicht mithalten zu können

- Bevorzugen von oft sehr knappen, treffenden, aber mitunter auch verletzenden Formulierung (“auf den Punkt bringen”)

- Verletzbarkeit, Empfindlichkeit

- oft unbewußt undiplomatischer Umgang mit anderen

- Mißtrauen und dauernd das Gefühl Angriffen ausgesetzt zu sein und sich dagegen wehren zu müssen (dies machen sich aber leider manche scheinbar zum Vorteil, in dem sie einfach sagen “es war nicht so”, “das bildest du dir nur ein” oder schnell einfach sagen “das habe ich vergessen, wie es war”; das kann ich aber daher nie genau wissen, was war; daher auch viele Unsicherheiten und auch der “Beweis”, dass ich geirrt habe bleibt sogfar noch scheinbar an mir selbst hängen, und es bleibt zurück, dass ich “vermute und hineininterpretiere”, wie es andere ausdrücken; es bleibt bei mir aber auch immer, dass es DOCH so gewesen sein kann, wie ich es angesprochen habe und das Gefühl, dass an mir immer alles falsch ist; kann aber auch sein, dass sich andere nur allzuleicht aus der Affäre ziehen können, da mir ja der Makel des “Vermuten” anhängt)

- Geselligkeitssehnsucht ; “Smal Talk” ist dem Umgeschulten Linkshänder aber schon eine große Anstrenung und mitunter ein Kraus bzw. sehr viel anstrengende Arbeit

- Härte gegenüber sich und anderen

- Übergenauigkeit, Überkontrolliertheit (wobei ich schon gemerkt habe, dass ich doch nicht perfekt genau bin, so wie manche ehem. Kolleginnen, die Berichte, Protokolle schreiben oder Literaturverzeichnisse schreiben und dem Chef Ornung und Termine machen usw.)

- Arbeit ist für mich sicher stellenweise anstrengender als für andere, da ich den Erwartungen gerecht werden will (siehe – unterspielen)

- ein Vorteil hat es wohl, dass ich zuverlässig und genau bin (heisst aber wieder negativ: mitunter bin ich oft zu langsam und umständlich)

Also zu dem, was mir oft passiert: wie oben schon beschrieben, gab und gibt es oft diese Situationen, dass ich denke man wollte mich angreifen oder übervorteilen oder es wurde nur etwas so oder so gesagt, um mir zu schaden (mitunter auch um mich zu schützen oder mir zu helfen), dass es aber wirklich anders war.  Wenn ich dann klären will und was anspreche wird entsprechend abgewiegelt oder gesagt, es sei anders gewesen oder hätte mich garnicht betroffen. OK, ist schwer zu verstehen und mag anderen auch so oder ähnlich passieren. Tatsache ist, dass ich es nach Klärungsversuchen hinterher dann doch nicht genau weis, wie es war und das schlechte Gefühl habe verloren zu haben bzw. schon wieder die Leute verärgert zu haben mit schwierigen Diskussionen und ihnen Zeit genommen habe. Allerdings ist solches für fremde manchmal leichter zu handhaben, als für Angehörige. Angehörige haben ein zu eingefahrenes Bild von mir und Fremde sehen mehr die positiven Seiten, die auch in mir stecken.

Oft habe ich sogar das Gefühl ganz knapp davor gewesen zu sein ein Komplott gegen mich aufzudecken. Nur dass ich entsprechend Antworten bekomme, dass es doch anders war. Andererseits fällt dies u. U. den Gegenüber leicht sowas zu sagen, weil sie genau wissen, dass mir diese Annahmen und Vermutungen passieren.

Ich habe mal einer Bekannten, die über Monate hinweg bei beinahe jdem zweiten Satz oder Ausdruck von mir sagte: “Das vermuten Sie nur…” verboten dieses “vermuten” zu sagen, da ich das inzwischen versuche zu vermeiden. Das gelang mir auch eine Zeit lang ganz gut.

Wie soll ich mich nur kurzfassen? Und wie so kompliziertes und komplexes wie Situationen mit wörtlicher Rede verständlich beschreiben?

Die im Buch “Der umgeschulte Linkshänder” beschreibene Folge : andauernd ins Wort fallen habe ich jedenfalls nicht. Im Gegenteil, ich vermeide streng jemand zu unterbrechen oder ins Wort zu fallen. Das verhindert allerdings auch schnell und sicher selbstsicher zu reagieren. Verhindert manchmal auch rasch genug zu antworten oder die Unterhaltung fortzuführen, was oft anderen die Gelegenheit gibt an meiner Stelle fortzuführen und eine glänzende Unterhaltung zu haben, die ihnen dann positive Motivation mit in den Tag gibt.

Die oben beschriebenen Folgen erklären sich eigentlich von selbst.

Oft ist mir auch passiert, dass man mich für einen Lügner gehalten hat. Oder halt, dass ich vermute oder hineininterpretiere (“in den Kopf anderer hineindenken will”, weil ich mir wünschen würde, dass eine Situation so war wie ich es versuchte anzusprechen oder ähnliches).

Es gab jedenfalls viele Unzulänglichkeiten und Missverständnisse meinerseits und auch andererseits. Das führte natürlich, so wie das andauernde klären wollen von vergangenen Situationen, dass ich oft die Arbeit verlor (natürlich nicht nur deshalb und auch aus anderen, mitunter wirtschaftlichen Gründen), klar, dass kaum jemand mit mir gerne sich unterhilt oder was unternahm und erst recht nicht sich mit mir befreundete.

Oft wirkte ich anscheind auch als unbeholfen oder gar hilflos, was vorallem bei Frauen ein Hilfesyndrom ausgelöst hat. Dies verhinderte aber zum Teil auch eine gesunde, erwachsene Entwicklung zu mehrLebenserfahrung und Selbstsicherheit.

Dies hat sich natürlich mit den Jahren alles relativiert und gelindert. Aber teilweise gibt es heute noch viele Menschen, vorallem Frauen, die mir schnell helfend beispringen, in dem sie für mich antworten und selbstsicher reagieren. Darauf alles möchte ich hier aber nicht näher eingehen, sonst wird das noch ein sehr sehr langer Text.

Zum in Teil 1. genannten Punkt : Kreative Fähigkeiten des Umgeschulten Linkshänders. OK, dass der Umg. LH davon mehr hat ist nicht beweisen, bzw. nicht eindeutig.

Diese spüre ich in mir aber schon von klein auf genau. natürlich nichts “größenwahnsinniges”- Sondern vielleicht ehr ein wenig Talent zum Schreiben, was aber z. Zeit ehr wieder zurück gegangen ist. Obwohl mir kürzlich hintereinander zwei Gedichte in wenigen Minuten gelungen sind. Und meine Ergoteherapeutin erkennt ein wenig farbenfrohes Talent in Bildern und Seidenmalerei. Ich habe immer das Gefühl gebabt, mein Leben lang, dass eigentlich ein smarter, unterhaltsamer, selbstsicherer, überzeugender Mensch in mir steckt, der viel Humor hat, gut erzählen und gut organisieren kann. Nicht unbedingt ein Regisseur oder Fotograf, wie ich mir oft wünschte, sondern an ganz passabler Kaufmann mit ganz guten Beziehungen, Partnerschaften und Familiensinn.

Zur Zeit habe ich große Probleme damit meine Selbstsicherheit zu zeigen. Dabei habe ich erst jetzt viel mehr darüber begriffen und gelernt als früher bei Kursen und in Verhalenstherapien. Immer bin ich von Situationen viel zu sehr überrascht und immer noch ziemlich in dem Gehirnknoten befangen. Obwohl mir auch Komplimente gemacht werden, dass ich mich langsam mehr zum ositiven verändere. Aber es gibt noch keinen Durchbruch.

“Wenn ich anderen sage, wie ihr Verhalten auf mich wirkt, gebe ich ihnen die Chance sich zu ändern” und “Wenn ich meine eigenen Rechte häufig nicht wahrneheme, gebe ich anderen nur die Möglichkeit mich zu manipulieren.” Diese beiden Sätze stehen heute im Mittelpunkt. Noch gelingt mir aber viel zu selten dieses selbstsichere Verhalten. Weil es mir zu schnell geht, ich zu überrascht bin und weil sich scheinbar unbewußt zuviele einmischen an meiner Stelle.

Das führt hier viel zu weit das alles zu erläutern und mit Beispielen zu beschreiben. Wenn ich aber mal anspreche: “Danke für deine Hilfe, aber ich will das selbst machen, da ich das kann” oder ähnliches. Dann habe ichden Eindruck, dass dann ein lauter Wirbel an Reaktion darauf entsteht. Klar, weil die Leute nicht gewohnt sind, dass ich selbsticher antworte oder reagiere. Mir kommt das wie ein Aufstand vor. Anstatt, dass sie anerkennen, dass ich selbstsicher war. Neulich bekam ich sogar zur Antwort, als ich sagte “Aber dann kann man doch dabei ruhigbleiben und nicht so mit Aufstand reagieren”, “Doch, das muss so sein, da muss laut und turbulent reagiert werden.

Und das alles nur, weil man es nicht gewohnt ist von mir.

Ich hänge noch einen vieren Teil dran. Das ist heir schon wieder zu lang und unverständlich bzw. kompliziert und Beispiele sind immer noch keine drin.

MatthiasH

Ähnliche Themen:

  1. Umgeschulte Linkshänder – wie ich mit den Sekundärfolgen lebe II “Knoten im Gehirn”
  2. Umgeschulte Linkshänder – wie ich mit den Sekundärfolgen lebe I
  3. Wie entstand Christlove.de ( Christliche Partnersuche )
  4. Weist du noch was Liebe ist?
  5. Liebes Tipps

Leave a Reply

*

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.