Oberhaupt Erzbischof Rowan Williams warnt vor ernsten Konsequenzen für die anglikanische Weltgemeinschaft.
Riverside/London (kath.net/idea) Die Wahl einer lesbischen Theologin zur designierten Weihbischöfin in den USA treibt einen weiteren Keil in die
von Kirchenspaltung bedrohte anglikanische Weltgemeinschaft. Die Diözese von Los Angeles (Kalifornien) wählte am 5. Dezember in Riverside (Südkalifornien) die 55-jährige Mary D. Glasspool, Bischofsassistentin und “Domherrin” (Kanonika) in der Diözese von Maryland, zur künftigen Weihbischöfin. Sie lebt seit 1988 mit ihrer Partnerin Becki Sander zusammen.
Mit einer ungewöhnlich deutlichen Warnung vor den Auswirkungen auf die rund 70 Millionen Kirchenmitglieder zählende anglikanische Weltgemeinschaft meldete sich deren geistliches Oberhaupt, Erzbischof Rowan Williams (siehe Foto), zu Wort. Glasspools Wahl gebe Anlass zu “sehr ernsten Fragen” nicht nur für die US-Episkopalkirche, sondern auch für die Weltgemeinschaft, schreibt Williams.
Er weist darauf hin, dass die Wahl Glasspools noch von den Führungsgremien der Episkopalkirche bestätigt werden muss. Diese Entscheidung werde “sehr wichtige Auswirkungen” haben, so Williams.
“Gnädige Zurückhaltung” aufgegeben
Seit der Wahl des praktizierenden Homosexuellen V. Gene Robinson zum Bischof der US-Diözese New Hampshire im Jahr 2003 befindet sich die Weltgemeinschaft am Rande einer Kirchenspaltung. Vor allem die wachsenden theologisch konservativen Kirchen in der Dritten Welt, aber auch konservative Anglikaner im Westen, betrachten die Ordination und Bischofsweihe von praktizierenden Homosexuellen als unvereinbar mit Bibel und Kirchenlehre.
Vor drei Jahren ließ sich die US-Kirche zunächst auf Forderungen ein, “gnädige Zurückhaltung” bei der Weihe von Homosexuellen walten zu lassen. Doch im Juli dieses Jahres hob die Generalversammlung der 2,1 Millionen Mitglieder zählenden Kirche die
Selbstbeschränkung auf.
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