Eine interessante Seite im Netz tzm Thema Homosexuallität in der Kirche habe ich für euch gefunden.
Erfahrungsberrichte von Anderen die sich zusammen tun und sich gegenseitig unterstützen gibt es dort sowie ein Netzwerk für Gleichgesinnte.
Auszug aus Erfahrungsberrichten:
Leib, Seele und Geist – Das Schlagwort dieser Drei-Einheit, die den Menschen ausmacht, habe ich noch heute deutlich im Ohr aus der frommen christlichen Erziehung durch meine Mutter. Dabei wurde immer betont, daß allein der christliche Glaube imstande ist, dem Menschen nicht nur etwas für den Leib zu geben, sondern vor allem auch für die Seele und den Geist. Aus dem freikirchlichen Milieu kommend, wurde mir von meiner Mutter die Bibel ans Herz gelegt als das Buch mit dem allein man auskommen kann im Leben und das Antwort gibt auf alle Fragen.
Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin meiner Mutter, gerade heute vielleicht mehr als sie denkt, dankbar für die Saat des Glaubens, die sie in mich gelegt hat.
Mein Christsein wurde mir schon früh zur Selbstverständlichkeit und gab mir Geborgenheit, hier konnte ich immer wieder Zuflucht finden. Mangelnde soziale Kontakte gab es bedingt, wurden aber gleichzeitig auch wieder (zum Teil) ausgeglichen durch musische Interessen und Betätigungen. Mir fehlte eigentlich nichts Wesentliches.
Da ich für Mädchen und später für Frauen nicht das empfand, was ich ”normalerweise” hätte empfinden müssen, litt ich auch nicht an der Ermangelung einer Freundin. Einen echten Freund hingegen wünschte ich mir sehr, sowohl schon mit 13 als auch mit 26 Jahren, allerdings immer nur abstrakt und absolut ohne sexuelles Verlangen. Was wußte ich denn auch über Homosexualität? Meine Mutter sorgte sich bei der Erziehung sowohl um eine mögliche Verführung rung ihrer Tochter durch einen Mann als auch ebenso um ihren Sohn. ”Wenn Du da zu dem Kantor zum Orgelunterricht fährst (o. ä.) … Weiát du, es gibt so Männer, die ihren Spaß an Jungen haben.” Homosexualität im damals immerhin schon stattfindenden Sexualkundeunterricht war natürlich ein absolutes Randthema. An meinem bischöflichen Gymnasium gab es aber doch die eine oder andere Lehrkraft, die mir allgemein ein liberales Weltbild vermitteln konnte. ja, und dann gab es da natürlich auch noch die Bibel. Was ich im Alten Testament zu dem Thema fand, konnte ich ebenso wie die wenigen Paulusäußerungen getrost zur Seite legen: Das vom Gesetz freimachende und überhaupt befreiende Evangelium meines Herrn lesus Christus hatte ich schon zu gut verinneröicht. Wenn dann zum Thema meine Meinung als Christ gefragt wurde, zögerte ich nicht: ”Ich finde nichts dagegen, also kann ich es nicht verurteilen. Ich finde aber auch nichts dafür.” Beim Thema wurde ich auch nie rot, selbst dann nicht, wenn ich, wie mehrfach geschehen, gefragt wurde: ”Sag mal … Bist Du eigentlich schwul?” – Die Antwort darauf war schließlich leicht. Nein, ich war nicht schwul, schließlich hatte ich noch nie mit einem Mann etwas gehabt. Und erst dann war man doch schwul, oder? Außerdem dachte ich auch, schwul sein, das will man. Oder eben nicht. Ich wollte natürlich nicht. Das schien mir viel einfacher so, und ich dachte lieber an vier eigene Kinder mit einer Frau, die allerdings erst noch kommen muáte, oder sagen wir es fromm, die Gott mir noch geben würde.
Gott hat mehrere Anläufe unternommen, doch ich war eine harte Nuß. Aber er ließ natürlich nicht locker, und so hat er es dann schließch auch dazu kommen lassen, daß ich mir meiner Homosexualität endlich bewußt werden konnte. Da war ich allerdings schon 27 Jahre alt. In den eineinhalb Jahren seither bin ich durchaus so etwas wie ein neuer Mensch geworden, ich habe meine Ganzheit, meine Drei-Einheit gefunden: zu der Seele und dem Geist endlich auch den Leib. Der Leib wird von der christlichen Tradition auch heute noch leider überwiegend nur anerkannt zur Askese oder zu gesunder sportlicher Betätigung. Der Leib ist aber mehr als nur die sterbliche Hülle für die Seele auf Erden. Ich hoffe, daá die Christen bald zu ihrem Leib und der dazugehörenden Sexualität als einem vgn Gott gegebenen Geschenk finden werden. Danach werde ich auch mit gespanntem Interesse verfolgen, wie der Streit um die Homosexualität beigelegt werden wird. Den Zuspruch Gottes kann mir aber heute schon so oder so niemand nehmen. Gottes ”ja” zu meiner Homosexualität gibt auch immer wieder Kraft, um durchhalten zu können. Diskriminierungen sind schwer zu ertragen und begegnen einem auf Schritt und Tritt: Mein Freund, mit dem ich nun seit einem zusammen bin und den ich meiner Mutter schon vorgestellt habe, wird von ihr konsequent ignoriert. Da kommen keine Nachfragen, es werden keine Grüße bestellte.. Wie anders wäre das, wenn ich als ihr einziger Sohn mit meinen 28 Jahren ihr endlich eine Freundin vorgestellt hätte! Doch soll ich ihr das verübeln? Sie steht doch nur beispielhaft für ihre Generation und kann eigentlich nicht anders. Hilfe braucht also unsere gesamte Gesellschaft: Die Homosexuellen selbst, um mit sich besser zurecht zu kommen und zu sich selbst stehen zu können, und die übrige Gesellschaft, um nach einer notwendigen Aufklärung zu Verständnis und Toleranz finden zu können. Welch eine Aufgabe gerade für unsere Kirchen!
Quelle: http://www.huk.org